My Tool, My Choice

12:00 Initiation eines Körpers

12:30 Datenmessung der Expert*innen (Kollektiv “Bahnhofstraße 7”)

Sat, 24.1.2026 – Fri, 30.1.2026 Ausstellung

Fri, 30.1.2026, 19:00  Finissage

Mz. Baltazar’s Lab, Jägerstraße 52-54, 1200 Vienna, Austria 

Algorithmen, Deepfakes und der ständige Slop-Fluss fordern uns heraus. Wir lachen kurz auf. Ekeln uns, freuen uns. In kleinen Grassroots-Schritten bewegen wir uns durch Kunst, die sich ihre Tools wieder zu eigen machen will. Humorvoll und stolpernd agieren wir im Wissen, dass die Bausteine und Werkzeuge der post-industriellen Wolke nicht in unseren Händen liegen. Die Souveränität über demokratische Produktionsmittel und ihre Plattformen sind längst post-national kapitalisiert und militarisiert. Kontrolldiskurse haben sich dort überholt, wo Wahrheiten neu verhandelt werden.                                       Die Verschränkungen des Lebendigen verkrampfen sich in Handlungsanweisungsvorsätzen.                         Im Grunde ist es weniger die Aufmerksamkeit nach der gesucht wird, sondern eher die existenzielle Suche nach einem gemeinsamen Handlungsspielraum.

Dominik, Lidia, Ryta, Tara, Johanna, Ruben und Marta gestalten eine Ausstellung in Mz* Baltazar‘s Laboratory. Sie zeigt viel Humor, manchmal auch ihre Ohnmacht, schafft analoge Gedankenräume und lädt ein, sich alte Hardware wieder anzueignen. Sie schafft kleine Wahrheiten und lässt noch kleinere Fakes wachsen. Sie baut Kunst, die sich ihrer Bausteine und Materialien wieder bewusst wird. Verhandelt die unermessliche Fülle sich die Souveränität über den  gemeinsamen Handlungsspielraum in der post-digitalen Welt wieder zu eigen zu machen. 

Durch die Ansammlung leitfähiger Materie (Kupfer/Cu) wachsen Körper. Diese sind weder gestaltet noch lebendig. Elektronische Bauteile dienen als Substrat für deren Wachstum. Deren Funktion kollabiert zu Masse, Zeit verdichtet sich zu deren Körpern.

Das Plakatdesign basiert auf dem Bild einer mit Blumen bedeckten elektronischen Leiterplatte. Dieses Bild steht für einen techno-humanistischen Ansatz im Kontext des Kunstschaffens.


Daten Sammlung
Was ist mit dem Wetter los? Extreme Hitze, Kälte, Dürre und Überflutungen wechseln sich in Höchstgeschwindigkeit ab – ein unerklärliches Phänomen. Sechs Expert*innen haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren hochspezialisierten Maschinen, Daten an öffentlichen Orten zu sammeln und die Antwort zu finden.

Expertin Nr. 6 operiert am „Übersetzmesser“ zur Bestimmung invasiv-kommunikativer Mükro-Partikel. Diese können sich durch übermäßigen Ausstoß von CO2, 3 und 4, Reifenabrieb und Mansplaining in der Atemluft festsetzen. Der Übersetzmessernimmt die hochfrequenten Schwingungen dieser Partikel auf und übersetzt sie in hörbare Frequenzen und ein Ablaufdatum. Je lauter und dichter die übersetzten Frequenzen und je näher das Datum, desto fataler die Belastung.

Auf deiner Reise durch die digitalen Landschaften fühlst du dich verloren – leicht aus dem Takt geraten. All die Stunden vor dem Bildschirm lassen dich einsam zurück.
Auf der Suche nach deiner Seelenverwandten wanderst du von Interface zu Interface, gelockt vom Versprechen unmittelbarer Verbindung. Bald gerätst du in ein Spiel aus verführerischen Bots und einfachen Antworten.
Doch wenn du Simulation von etwas Echtem unterscheiden willst, 
musst du über die Oberfläche hinausblicken 
und etwas tiefer unter die Oberfläche graben.
Drücke die Eingabetaste, um zu beginnen …

In unserer Zeit haben wir die Toleranz für Unannehmlichkeiten verloren. Alles ist an unseren Fingerspitzen: soziale Verbindungen, Güter, Unterhaltung, Informationen.Wir können jederzeit jegliche gewünschte Musik mit so gut wie keinen Einschränkungen hören.

Musik hören hat seinen materiellen Charakter verloren und damit auch den Wert, den wir ihr zuschreiben. Sich Umstände zu machen um etwas zu bekommen, führt dazu, dass wir es mehr schätzen. Zugang zu weniger zu haben, lässt uns auf das fokussieren, was da ist. Auf dem Weg zu einer achtsameren Existenz, werfe ich gerne einen näheren Blick auf die Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen. Sei es abwaschen, Wäsche aufhängen, sich anziehen, schreiben, Musik hören. Unannehmlichkeiten zwingen uns dazu, innezuhalten und die Schönheit im Alltäglichen zu sehen. Ich will diese Unannehmlichkeit in mein Leben zurückbringen und ich weiß dass ich damit nicht alleine bin.

Wir alle kennen Tage, an denen wir im Bett liegen, ohne Energie und ohne Motivation, uns zu bewegen. Das hat mich dazu gebracht, meine digitale Entgiftungskur zu beginnen, bei der sich das Fehlen der üblichen Apps zunächst wie Leere und ein Verpassen der Welt anfühlt. Mit der Zeit erwachen die Sinne und offenbaren längst vergessene Farben, Geräusche und Geschmäcker. Dieses Werk spiegelt meine Interpretation des fragilen Prozesses der Veränderung und der stillen Kraft wider, die nötig ist, um Präsenz und Gleichgewicht zurückzugewinnen.

Tür Policy: FLINTA* only

Anmeldung: please send an email to info@mzbaltazarslaboratory.org

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